Daumendrücken für die Zukunft


220-mal Daumendrücken für die Zukunft

KSM Castings feiert mit Wegbegleitern den 60. Geburtstag /

Glückwünsche von Ex-Kanzler Schröder


Hildesheim (ha). Wenn mehr als 220 Menschen ganz fest den Daumen drücken, sollte einem vor der Zukunft nicht bange sein. Kunden, Lieferanten, Repräsentanten des öffentlichen Lebens und Mitarbeiter drückten der Metallgießerei Kloth-Senking (KSM) zum 60. Geburtstag nun im wahrsten Wortsinn den Daumen: Zum Auftakt der Festveranstaltung hinterließen sie ihren Fingerabdruck in Formfeinsand. Während in der Halle 39 ein fünfstündiges Fest folgte, wurde hinter den Kulissen emsig gearbeitet: Die Vertiefungen wurden mit Metall ausgegossen und kaum erkaltet zu einer Collage arrangiert, die das KSM-Logo zeigt. Am Ende der festlichen Nacht präsentierten die Auszubildenden das Werk, das nach einer Idee des Künstlers Enrico Garbelmann entstanden ist, und ernteten viel Applaus.
Die Pioniere der ersten Stunde, die Firmengründer Hermann Kloth, Johannes Senking und Gerhard Hage, wären sicherlich stolz, wenn sie sehen könnten, was aus ihrer "Eisen- und Metallgießerei" geworden ist, die am 1. Oktober 1947 mit Kochtöpfen, Bratpfannen und Aschenbechern die Arbeit begann. Heute ist KSM unter ihrem Finanzinvestor Cognetas mit 1800 Beschäftigten an sechs Standorten in Deutschland und Tschechien ein "Global Player", der mit modernsten Gieß- und Bearbeitungsverfahren für Aluminium und Magnesium in der ersten Liga spielt und im CPC-Verfahren (Counter Pressure Casting) bedeutendster Anwender in Europa ist.
Sicherheitsrelevante Bauteile aus dem Hause KSM sind in den Autos vieler großer Hersteller eingebaut, aber auch die Luft- und Raumfahrt baut auf die Kompetenz von KSM. Druckguss, Kokillenguss, Niederdruck-Sandguss für höchste Ansprüche: für KSM Standard. Als Full-Service-Lieferant bietet Kloth-Senking seinen Kunden außerdem produktbezogene Dienstleistungen: von der Berechnung über die Simulation, Konstruktion bis zur Serienfertigung.
Denn Gießen, so Geschäftsführer Dr. Thomas Zeuner, "ist der kürzeste Weg zum Design". Für Dietrich Zaps, Vorsitzender der KSM-Geschäftsführung, ist KSM "eine Erfolgsgeschichte, auf die wir stolz sind". In einer globalisierten Welt muss sich allerdings auch die traditionsreiche Gießerei neuen Herausforderungen stellen. Schon baut China mehr Autos als Deutschland. Zaps appellierte, die Öffnung der Märkte als Chance und Herausforderung zu verstehen und machte keinen Hehl daraus, dass sich auch KSM darauf einstellen wird. China und Korea würden zum "Faktor des KSM-Geschäftsmodells". Denn Ziel und Wunsch sei, dass auch in 60 Jahren die Mitarbeiter stolz auf das in der Vergangenheit Geleistete sein können.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Drechsel rief in Erinnerung, dass das Erreichte nicht ohne eine gute Belegschaft mit Flexibilität und Teamgeist möglich gewesen wäre, er dankte ausdrücklich aber auch Klaus Schneider, der als Vorsitzender der Geschäftsführung das Unternehmen in schwieriger Zeit wieder nach vorn gebracht hat.
Oberbürgermeister Kurt Machens freute sich über einen "Vorzeigebetrieb", der nebenbei nicht nur zweitgrößter Arbeitgeber, sondern auch größter Steuerzahler in der Stadt ist. KSM sei eine Erfolgsgeschichte, für die es viele Verantwortliche gebe.
Zumindest schriftlich meldete sich ein ganz besonderer Gratulant zu Wort: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, dessen gute Wünsche der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Brinkmann überbrachte.
Seinen Spitzenplatz auf dem deutschen und internationalen Markt verdanke das Unternehmen vor allem seinen gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern. "KSM gehört zu den Unternehmen, die das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter fördern, indem sie sie in Verantwortung einbinden und sie teilhaben lassen am wirtschaftlichen Erfolg." Das sahen viele so.


Fotos: Auszubildende sind für KSM ein hohes Gut und eine wichtige Investition in die Zukunft. Geschäftsführer Dr. Thomas Zeuner, zugleich Werksleiter in Hildesheim, begrüßte den dritten Jahrgang, der durch die Bank ein klares Bekenntnis zu seinem Lehrbetrieb abgab.

Mit einer atemberaubenden Licht- und Feuershow wurden die Gäste der Geburtstagsfeier zu später Stunde vorzüglich unterhalten. Schließlich geht es ja auch in einer Gießerei heiß her.